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Aus- & Weiterbildung

Lehre mit Matura

Lehre mit Matura

Einen Beruf erlernen und das erste eigene Geld verdienen oder doch lieber weiter in die Schule gehen, um mit der Matura abzuschließen und vielleicht später studieren zu können? Lange musste man sich als junger Mensch zwischen diesen beiden Optionen entscheiden, doch seit 2009 ist die duale Ausbildung »Lehre mit Matura« möglich. Diese wird in Österreich flächendeckend und kostenlos angeboten, die Finanzierung erfolgt durch den Bund und die Länder. Die durchführenden Bildungsinstitutionen sind das WIFI und das bfi, Kooperationspartner sind die Berufsschulen.

Die Lehre mit Matura ist eine Sonderform der Berufsreifeprüfung, auch Berufsmatura genannt. Im Gegensatz zu dieser finden die Maturavorbereitung sowie ein Teil der Prüfungen bereits während der Lehre und nicht erst nach der Lehrabschlussprüfung statt.

Bei der Lehre mit Matura sind vier Fächer zu belegen, in denen Prüfungen absolviert werden müssen: Deutsch, Mathematik, Englisch sowie der Fachbereich des Lehrberufes. Neben der regulären Lehrausbildung (Arbeit im Betrieb und Besuch der Berufsschule) nimmt der Lehrling regelmäßig an Maturakursen teil. Dabei gibt es einerseits das integrierte Modell, bei dem der Lehrling für einen halben Tag pro Woche vom Betrieb freigestellt wird und in dieser Zeit die Maturakurse besucht. Die Zustimmung des Lehrbetriebs ist Voraussetzung, um an diesem Modell teilnehmen zu können. Die Lehrzeit kann sich dafür um bis zu ein halbes Jahr verlängern. Andererseits existiert das begleitende Modell, bei dem die Lehrausbildung von den Maturakursen unberührt bleibt, da diese am Abend oder am Wochenende stattfinden.

Ein Ausbildungsfach umfasst 240 Stunden (Deutsch, Mathematik, Englisch) bzw. 180 Stunden (Fachbereich). So besucht ein Lehrling während der Lehre mit Matura insgesamt 900 Vorbereitungsstunden.

Die Prüfung eines Fachs wird jeweils am Ende des Ausbildungsteils abgelegt. Bis zu drei Prüfungen können während der Lehrzeit absolviert werden, mindestens eine muss nach der Lehrabschlussprüfung abgelegt werden. Umgekehrt muss mindestens ein Antritt zu einer Maturateilprüfung vor der Lehrabschlussprüfung stattfinden (dieser muss aber nicht positiv sein). Insgesamt darf die Berufsmatura erst nach dem 19. Geburtstag komplett abgeschlossen werden.

In das Modell Lehre mit Matura kann man jederzeit ab dem ersten Lehrjahr einsteigen, jedoch nicht mehr im letzten Lehrjahr, da sich die Durchführung der ersten Teilprüfung dann nicht mehr vor der Lehrabschlussprüfung bewerkstelligen ließe. Die letzte Teilprüfung der Matura muss spätestens fünf Jahre nach dem Lehrabschluss stattfinden.

Ein Vorbereitungskurs und drei Prüfungsantritte pro Fach sind für den Lehrling während der Lehre mit Matura kostenlos. Für weitere Kurse (z.B. Nachhilfe) muss der Lehrling selbst aufkommen. Eine nicht bestandene Matura oder der Ausstieg aus den Maturakursen ist kein Kündigungsgrund, das Lehrverhältnis bleibt davon unberührt.

Am Ende der Lehre mit Matura erhält man drei Zeugnisse: Das Berufsschulzeugnis, das Lehrabschlusszeugnis und (nach Einreichung der Teilprüfungszeugnisse) ein vollwertiges Maturazeugnis. Letzteres berechtigt die AbsolventInnen beispielsweise zu einem Studium an einer Universität oder Fachhochschule.

Hier finden Sie zusätzlich noch bundeslandbezogene Informationen zum Modell »Lehre mit Matura«:

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